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Start: Tiflis. Ziel: Isfahan.

Von Kaukasus und Steppenkriegern

und den Ursprüngen des iranischen Reichs

Die Gebirgszüge des Kaukasus bilden eine mächtige Barriere zwischen den eurasischen Steppen im Norden und dem Gebiet des Fruchtbaren Halbmonds im Vorderen Orient. Nur wenige Völkerschaften, wie z. B. die historischen Iraner, konnten sie im Laufe der Geschichte überwinden.

Wie auch andere Gebirgslandschaften bieten die abgelegenen Hochtäler und -ebenen des Kaukasus Zuflucht für zahllose ethnische und religiöse Minderheiten. Sprachlich und ethnisch gesehen ist er noch heute ein bunter Flickenteppich. Neben ca. 40 kaukasischen Sprachen sind indoeuropäische, türkische und semitische Sprachen und Dialekte vertreten, die Zahl der sogenannten Kaukasusvölker beläuft sich auf etwa 50.

Heute bilden die drei Republiken Georgien, Armenien und Aserbeidschan den Südteil des Kaukasus. Die beiden Erstgenannten haben schon im 4. Jahrhundert das Christentum angenommen und zählen zu den ältesten christlichen Gemeinschaften der Welt, wovon noch heute zahlreiche Kirchen und Klöster zeugen. Neben der Republik Aserbeidschan gibt es auch zwei iranische Provinzen dieses Namens, was auf eine gemeinsame Geschichte hindeutet.

Im 13. und 14. Jahrhundert war Nordwestiran Sitz einer mongolischen Dynastie. Bis hierher und weiter waren diese Steppenkrieger auf ihrem Zug nach Westen entlang der Seidenstraße, die immer auch eine Völkerstraße war, vorgestoßen. Ebenfalls in dieser Gegend entstanden im 16. Jahrhundert die Grundlagen des heutigen iranischen Nationalstaats, dessen Hauptstadt anfangs Tabriz war. Wegen ständiger Auseinandersetzungen mit den türkischen Osmanen wurde sie schließlich nach Isfahan auf dem Zentrum des iranischen Hochlands verlegt.

Bevor wir sie erreichen, führt der Weg in die Hochtäler des Alborz-Gebirges zu der alten Bergfeste Alamut, früher der Sitz des gefürchteten „Alten vom Berge“, wie der Führer der Ismaelitengemeinschaft von Zeitgenossen genannt wurde. Von hier aus führt der Weg an den Fuß des Damavand, mit 5.670 m die höchste Erhebung des alpidischen Gürtels westlich der Gipfel von Hindukusch und Himalaya. Zum Ende dieser Etappe wird schließlich eine der Perlen des Orients, die alte Residenzstadt Isfahan, erreicht.

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