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Start: Istanbul. Ziel: Tiflis.

Von den Byzantinern über die Hethiter

bis zur modernen Türkei

Die Seidenstraße – allein ihre Erwähnung lässt die Erinnerung an älteste Mythen und historische Bezüge anklingen. Zu großen Teilen folgt dieses weit ausgedehnte System von Handelswegen dem von Mutter Erde selbst vorgegebenen Weg entlang der alpidischen Gebirgsbildung. Sie verläuft von den Gebirgszügen der Pyrenäen und des Atlas im Westen über die Alpen, die Karpaten, Anatolien, den Kaukasus, Alborz, Hindukusch bis zum Himalaya im Osten. Dass diese Route schon in der Steinzeit dem Austausch zwischen den Kulturen diente, wissen wir z. B. durch den Fund einer Frauenstatuette der Aurignac-Zeit (ca. 35.000 v. Chr.) aus den Pyrenäen in der Umgebung von Krasnojarsk am oberen Jenissei in Sibirien. In der Jungsteinzeit (ca. 10.000 v. Chr.) nimmt Keramik aus Vorderasien ihren Weg nach China.

Den heutigen Namen bezieht der uralte Handelsweg von der Seide, die im 2. Jahrhundert v. Chr. von China aus erst nach Zentralasien kam und sich im weiteren Verlauf ihren Weg nach Westen bahnte. Schon im Rom der Zeitenwende wurde sie in Gold aufgewogen.

Damals hieß der Ausgangspunkt unserer Seidenstraßen-Expedition noch Byzanz, war aber aufgrund seiner Lage am Durchgang vom Mittelmeer zum Schwarzen Meer und dem Übergang von Europa nach Kleinasien eines der Zentren des Römischen Reichs.

Heute ist Istanbul das pulsierende Zentrum der modernen Türkei, eines Staatsgebildes, das ohne die Seidenstraße ebenfalls nicht denkbar wäre. Neben ihrer Funktion als Handelsweg diente sie stets auch als Route des Vordringens von Kulturen und Völkerschaften von Osten nach Westen und zu Zeiten auch umgekehrt. Noch um 1000 n. Chr., zur Zeit des Niedergangs des Byzantinischen Reichs, findet man in diesem Gebiet noch keine türkische Besiedlung. Erst mit dem Sieg des Seldschuken Alp Arslan über die Truppen von Byzanz 1061 bei Manzikert (heute Malazgirt nördlich des Van-Sees) begann die türkische Besiedlung der heutigen Türkei.

Zurück in die frühe Zeit des Gebiets reicht die Begegnung mit der Kultur der Hethiter in Hattusa, die zwischen 1500 und 1000 v. Chr. mächtige Gegenspieler der Reiche von Assyrien und Ägypten waren. Schließlich erreichen wir am Ende dieses Teilstücks den Kaukasus, ähnlich wie die Argonauten der griechischen Sage.

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